Aktuelles

Neuer Artikel: Civic Hackathons und der Formwandel der Demokratie

„Civic Hackathons und der Formwandel der Demokratie. Eine repräsentationstheoretische Analyse von #WirVsVirus„: Das ist der Titel eines soeben frisch in der Politischen Vierteljahresschrift (PVS) online first und open access erschienenen Artikels von mir – gemeinsam mit Sebastian Berg, Veza Clute-Simon, Rebecca-Lea Freudl und Niklas Rakowski. Der Artikel ist aus unserer Beschäftigung mit dem #WirvsVirus-Hackathon hervorgegangen und in ihm gehen wir der Frage nach, wie in Civic Hackathons unterschiedliche Ansprüche gesellschaftlicher Gestaltung erhoben und verhandelt werden. Ergebnis unserer  Untersuchung ist, dass der Hackathon zwar auf der einen Seite eine erfolgreiche Durchsetzung der Repräsentationsansprüche der Civic-Tech-Initiativen an den administrativen Staat darstellt, seinen demokratische Beteiligungsanspruch aber nur partiell einlöst: Zwar ermöglicht das Format ein öffentlichkeitswirksames Einbringen von Vorschlägen, aufgrund der technologisch-organisatorischen Struktur und des kompetitiv-lösungsorientierten Verfahrensmodus verbleiben Handlungs- und Entscheidungsmacht jedoch weitgehend bei den Organisator*innen. Wer tiefer reinlesen will, kann das hier direkt als PDF tun.

Weizenbaum-Forum: Diskussion und Podcast zur Bundestageswahl

Am 14. September hatte ich die schöne Möglichkeit, dass Weizenbaum-Forum zu moderieren. Thema diesmal war das natürlich die Bundestagswahl, genauer: Die Rolle von Social Media bei der Wahl. Es war ein wirklich tolles Gespräch mit einem All-Female Panel: Ulrike Klinger, Isabelle Borucki und Christina Dinar. Und das beste: Das Forum gibt es jetzt auch als Podcast – so dass alle noch die Chance haben, es nachzuhören: hier auf der Webseite des WI oder natürlich überall, wo es Podcasts gibt (z.B. bei Spotify)

Medienzirkus: Podcast-Gespräch mit mir über Digitalisierung und Demokratie

Der Podcast Medienzirkus hat mich als Gesprächsgast für die aktuelle Folge eingeladen. Etwas mehr als eine halbe Stunde habe ich mit Greta Linde über Digitalisierung und Demokratie im Allgemeinen und über soziale Medien, Plattformen und Wahlkämpfe im Besonderen gesprochen. Ihr könnt das Gespräch überall anhören, wo es Podcasts gibt – etwa hier bei Spotify. Alle Folgen der ersten und zweiten Staffel des sehr lohnenden Podcasts gibt es hier: https://medienzirkus.podigee.io/.

Buchbeitrag mit Philipp Staab: Privatisierung ohne Privatismus

Im just erschienenen neuen Sonderheft der Zeitschrift Leviathan („Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit?“, hg. von Martin Seeliger und Sebastian Sevigani) habe ich gemeinsam mit Philipp Staab einen Beitrag mit dem Titel Privatisierung ohne Privatismus. Soziale Medien im digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit veröffentlicht. In dem Beitrag gehen wir der Frage nach, wie sich die durch soziale Medien transformierte Öffentlichkeit der Gegenwart im Rückgriff auf Jürgen Habermas ursprüngliche Theorie des Strukturwandels der Öffentlichkeit fassen lässt. Wir plädieren für eine Rückbesinnung auf politökonomische Grundlagen als Basis der Analyse von Öffentlichkeit und arbeiten für die sozialen Medien einen charakteristischen Zusammenhang von digital-behavioristischer Verhaltenssteuerung und singularisiertem Publikum im Kontext proprietärer Marktformen heraus. In der digitalen Konstellation geht es in der Folge weniger um die Ruhigstellung des Bürgers als Konsument als um seine/ihre politische Aktivierung – allerdings unter dem Primat kommerzieller Interessen: um Privatisierung ohne Privatismus.

Der Band versammelt eine ganze Schar extrem spannender Artikel, u.a. von Silke van Dyk, Nancy Fraser, Michael Zürn und Hartmut Rosa – die größte Ehre aber ist, dass an seinem Ende Jürgen Habermas selbst eine Erwiderung auf die Beiträge verfasst und seine Öffentlichkeitstheorie aktualisiert (dabei auch auf die Vorschläge von Philipp und mir eingehend und den älteren Aufsatz zur digitalen Konstellation lobend. Der Band ist leider derzeit nur hinter Paywall in der elibrary des nomos-Verlags einzusehen (bzw. über Bibliotheken zu beziehen), sobald möglich werde ich aber eine Version verfügbar machen.

 

 

Vortrag: Mind the Progress

In Hamburg hat am 20. und 21. August der mittlerweile vierte Mind the Progress-Kongress stattgefunden und ich hatte die Ehre mit einem Vortrag etwas zum Gelingen beitragen zu dürfen. Die Frage, die ich in meinem Vortag aufgegriffen habe, lautete: „Kann Demokratie Digitalisierung?“ Und in der Antwort darauf habe ich versucht die Herausforderungen der Demokratie in der digitalen Konstellation etwas zu differenzieren und darauf aufbauend zu argumentieren, wie eine demokratieschonende Antwort aussehen kann, die das Transformationspotential sieht und nutzt. Das anschließende Gespräch drehte sich dann auch noch stark um digitale Souveränität. Nach den anderhalb Jahren Pandemie einmal wieder einen Vortrag vor Publikum zu halten samt Reise in eine andere Stadt, war schon für sich ein Vergnügen, dass der Kongress darüber hinaus hervorragend war und es etwa noch tolle Inputs gab von Constanze Kurz über Judith Simon bis zu einem Future Histories Live Podcast mit Frederike Kaltheuner machte es dann noch einmal besonderer.

Vortag: Diskussionsreihe „Digitale Demokratie“ der bpb

Zum Auftakt der Diskussionsreihe „Digitale Demokratie“ der Bundeszentrale für Politische Bildung habe ich am 23.06 gemeinsam mit Christoph Neuberger, Geschäftsführender Direktor am Weizenbaum-Institut, und Alice Echtermann vom CORRECTIV.Faktencheck unter der Moderation von Vera Linß das Thema Demokratie und Digitalisierung diskutiert. Die virtuell abgehaltenen und sich in der Hauptsache an Lehre_innen und andere Multiplikator_innen richtende Veranstaltung hat sich u. a. um Social-Media-Journalismus, Desinformation, Verschwörungsmythen, Medienkompetenz gedreht. Auch der digitale Bundestagswahlkampf war natürlich Thema.

Podiumsdiskussion: KI und Demokratie

Ich hatte dieses Jahr das Vergnüngen beim vom BMBF und der Gesellschaft für Informatik ausgerichteten KI-Camp im Rahmen einer Podiumsdikussion einige Thesen zu KI und Demokratie vorstellen zu dürfen. Das vom Goethe-Institut organisierte Panel wurde von Helen von Schwichow moderiert und mir mir waren Ann-Kathrin Koster und Kaan Sahin in der Diskussion. Alles in diesem Jahr leider virtuell, aber das KI-Camp hatte ein tolles Line-Up (u.a. eine Keynote von Timnit Gebru) und viele engagierte Teilnehmer_innen. Auf der Seite zum Camp findet ihr weitere Infos und sicher dann auch bald Videomitschnitte und ähnliches: https://kicamp.org/

Podiumsdiskussion: Zivile Sicherheit im demkratischen Staat

Am 22. und 23. April fand die Konferenz „Zivile Sicherheit im demokratischen Staat“ des Fachdialogs Sicherheitsforschung. Die vom BMBF geförderte Konferenz schloß mit einem zumindest zu 2/3 nicht-virtuellen Podium, auf dem Maja Smoltczyk (Datenschutzbeauftragte Berlin), Ina Schieferdecker (BMBF), Karolin Schwarz (Journalistin), Joseph Vogl (Literaturwissenschaftler) sowie ich unter der Moderation von Elif Şenel über „Zivile Sicherheit im demokratischen Staat. Krisenerfahrungen und Zukunftsperspektiven“ diskutierten. Die Diskussion griff Themen wie technologische Souveränität und die Entwicklung der Plattformökonomie auf, versuchte vor allem aber auch positiv zu bestimmen, wie und wo Regulierung im Digitalen möglich ist – und stärker angegangen werden sollte. Hat Spaß gemacht mal wieder ganz real in einem Raum, wenn auch mit dem gebotenen Abstand, zu diskutieren – und das in so einer tollen Runde.

Vortrag in Basel

Auf Einladung von Oliver Nachtwey und Stefanie Bailer war ich am 22. April virutell zu Gast beim Institutskolloquium der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel. Ich habe dort aktuelle Forschung zum digitalen Strukturwandel und zur Rejustierung demokratischer Öffentlichkeit vorgestellt und damit eine kleine Reihe von Kolloquiumsvorträgen abgeschlossen, die unter dem Motto „Demokratie und Digitalisierung“ standen und wo wo zuvor im Semester auch schon Paolo Gerbaudo udn Anita Gohdes gesprochen hatten. Hat Spaß gemacht